Astronaut Alexander Gerst: „Alzheimer und Krebs lassen sich im Weltraum besser verstehen“
400 Kilometer über der Erde schwebt die Internationale Raumstation ISS – und mit ihr einzigartige Forschung", die auf der Erde nicht möglich wäre. ESA-Astronaut Alexander Gerst, der selbst 363 Tage im All verbracht hat, betont: „Was wir auf der ISS machen, ist Wissenschaft, die für uns hier unten wichtig ist.“ In der Schwerelosigkeit können Forscherinnen und Forscher jene Lücken schließen, die die Schwerkraft auf der Erde verursacht – und so komplett neue Einblicke in Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Krebs gewinnen.
Ein zentrales Problem irdischer Labore: Die gravity verfälscht viele Experimente. In der Materialwissenschaft etwa sortiert sie flüssige Bestandteile, bevor sie erstarren. Auf der ISS dagegen vermischen sich Materialien bei bis zu 1.400 Grad Celsius nahezu perfekt – was zu stabileren und leichteren Werkstoffen führen kann. Noch entscheidender ist dieser Effekt in der Biologie: Proteine bilden in der Schwerelosigkeit klarere crystals , die Forschenden helfen, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und gezieltere Medikamente zu entwickeln.
Besonders eindrücklich ist die dreidimensionale Züchtung von Tumoren im Weltraum. Auf der Erde wachsen sie flach in der Petrischale – ein unrealistisches Abbild des menschlichen Körpers. Im Orbit dagegen formen sich tumor models in schwebender Lösung räumlich, ähnlich wie im Organismus. „Plötzlich hat man dieselben Effekte wie im Körper“, erklärt Gerst. Das ermöglicht realistic Tests von Wirkstoffen – und könnte die Entwicklung neuer Therapien beschleunigen.
Doch die Zeit der ISS läuft ab: Spätestens 2031 soll sie kontrolliert verglühen. Die Zukunft der Weltraumforschung liegt vermutlich bei kommerziellen Anbietern – staatliche Organisationen wie die ESA würden dann als Mieter agieren. Ob dieser Übergang gelingt, ist offen. Klar ist jedoch: Das demand nach Schwerelosigkeitsforschung bleibt. Egal ob für die Medizin, Materialentwicklung oder Biotechnologie – das All bleibt ein unverzichtbares Labor für die Erde.
Interessant, dass gravity Schwerkraft so ein großes Hindernis ist. Hätte nicht gedacht, dass sie Proteinkristalle stört.
Die Idee mit den dreidimensionalen Tumoren klingt nach einer echten breakthrough Durchbruch-Möglichkeit. Hoffentlich wird das weiterverfolgt.
Und wer bezahlt das alles, wenn die ISS weg ist? Privatfirmen? Das könnte die access Zugänglichkeit für öffentliche Forschung stark einschränken.
Gerst hat recht: Die ISS war nie nur ein Sprungbrett für Marsreisen – sondern ein Labor für irdische Probleme.
Die crystals Kristalle aus dem All sind inzwischen in mehreren Publikationen genutzt worden. Das ist keine Science-Fiction, sondern reale Wissenschaft.
Stört es jemanden, dass wir die Kontrolle über so ein wichtiges facility Forschungslabor an Unternehmen abgeben?
Die analysis Analyse von Tumorzellen im All ist logisch – aber ich frage mich, wie viele Medikamente davon wirklich profitieren werden.