Befinden wir uns schon im dritten Weltkrieg?
Die Frage schwebt schwer in der Luft: Sind wir bereits mitten in einem dritten Weltkrieg, ohne es wirklich zu merken? Die Nachrichtenlage ist geprägt von armed conflicts in Europa, Afrika, Asien und dem Nahen Osten. Großmächte rüsten auf, liefern Waffen und üben pressure auf Gegner aus – nicht immer direkt, aber stetig. Im Jahr 2024 stieg die Zahl staatlicher Konflikte von 59 auf 61, der höchste Stand seit einem Jahrzehnt.
Auch die military spending erreichten mit 2,718 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand – der schärfste Anstieg seit dem Ende des Kalten Krieges, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet. Sir Richard Shirreff, ehemaliger Nato-Oberbefehlshaber in Europa, warnt: „Ich kann mich an keinen gefährlicheren Moment in der global politics erinnern.“ Er befürchtet, dass ein US-Einsatz im Nahen Osten China und Russland zu eigenen Angriffen verleiten könnte – etwa auf Taiwan oder die baltischen Staaten.
Andere Expert:innen gehen noch einen Schritt weiter. Fiona Hill und Paul Poast argumentieren, wir befänden uns bereits in einem solchen Krieg – nur eben nicht in der klassischen Form. „Die Zahl der Kriege heute ist höher als in jedem anderen Zeitraum seit 1945“, schreibt Poast. Der Impuls sei derselbe wie einst: Nationen setzen militärische Gewalt als erstes tool zur Machtdurchsetzung ein. Historisch gesehen wurden frühere globale Auseinandersetzungen wie der Siebenjährige Krieg sogar von Churchill als erster world war bezeichnet.
Doch fehlt für viele noch die entscheidende Zutat: die direkte Konfrontation zwischen den Großmächten. Nickolay Kapitonenko betont, dass das Zerstörungspotenzial aktueller Konflikte deutlich unter dem der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts liegt. Stattdessen sprechen manche von einem shadow war , in dem Infrastruktur, Handelswege und digitale Netze die neuen Fronten sind. Ob als offener oder verdeckter Konflikt – die global tension steigt, und damit das Risiko einer Eskalation.
Die military spending Militärausgaben steigen weltweit, aber gleichzeitig fehlen Mittel für Klimaschutz und soziale Sicherung. Wo ist da die priority Priorität?
Interessant, dass Shirreff von einem decisive trigger entscheidenden Auslöser spricht. Aber was, wenn es keinen einzigen Moment gibt – sondern wir schon langsam hineingeglitten sind?
Der Begriff world war Weltkrieg fühlt sich überladen an, aber die Realität vieler Konflikte gleichzeitig ist nicht zu leugnen. Vielleicht brauchen wir ein neues Wort.
Wenn schon Experten sagen, dass wir mittendrin sind, warum redet die public debate öffentliche Debatte noch immer so, als wäre Frieden die Norm?
Der Hinweis auf den Siebenjährigen Krieg als erster global conflict globaler Konflikt ist spannend. Geschichte wiederholt sich – nur anders verpackt.
Die Vorstellung eines shadow war Schattenkriegs ist gruselig, weil man ihn nicht sieht. Keine Fronten, aber überall pressure Druck.