JU-Chef fordert Wehrpflicht ab 2027 – Debatte über Bundeswehrstärke neu entbrannt

Der Streit um die Stärke der Bundeswehr ist wieder da: pressure wächst, nachdem der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, die Wiedereinführung der Wehrpflicht für Januar 2027 fordert. Damit reißt er ein Thema auf, das in der Ampelkoalition lange mühsam ausgeglichen war. Während die Bundeswehr aktuell mit new data über Freiwilligkeit arbeitet, hält Winkel diese Strategie für zu langsam und zu bürokratisch – besonders angesichts der Bedrohung durch Russland.

Seine Kritik zielt direkt auf das jetzige Verfahren: Seit Anfang des Jahres verschickt die Bundeswehr questionnaires an alle 18-Jährigen, um Interesse am freiwilligen Dienst zu messen. Für Winkel ist das kein ausreichendes response an die NATO oder an Moskau. „Wir diskutieren seit Jahren, dass der Bundeswehr Zehntausende fehlen“, betont er. Eine clear decision sei nötig – und zwar jetzt.

Die SPD bleibt hingegen bei ihrer Linie: Freiwilligkeit statt Zwang. Die Union ist gespalten. Der bisherige Kompromiss sieht vor, dass das Verteidigungsministerium halbjährlich reports vorlegt, ob die angestrebten 260.000 Soldaten erreicht werden. Sollte das scheitern, kann der Bundestag über eine emergency draft entscheiden. Doch bisher ist unklar, ob diese Hürden ausreichen werden.

Ein weiteres obstacle ist praktischer Natur: Nach der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 wurden die Strukturen für die Aufnahme und Ausbildung von Wehrpflichtigen abgebaut. Diese müssten erst wieder aufgebaut werden – ein costly und slow Prozess. Ob eine Wiedereinführung bis 2027 realistisch ist, bleibt daher fraglich – doch die Debatte ist damit endgültig wieder in der Mitte der Politik angekommen.

Kommentare 6

  • B
    Bernd_K

    Ein costly Umbau für etwas, das vielleicht nie kommt. Warum nicht erstmal die Freiwilligenquote verbessern?

  • C
    Clara_89

    Wenn der pressure aus dem Osten weiter steigt, wird Freiwilligkeit allein nicht reichen. Aber der Staat muss endlich Klarheit schaffen.

  • M
    Markus_R

    Die JU will attention – nicht Reform. Das ist politisches Popcorn, kein echter Plan.

  • F
    Feli_B

    Und was ist mit den jungen Leuten, die studieren oder eine Ausbildung machen wollen? Eine neue obligation trifft immer die, die am wenigsten Einfluss haben.

  • T
    Thilo_N

    Die report des Verteidigungsministeriums sind bisher alles andere als überzeugend. Wenn das so weitergeht, wird die Debatte über Zwang unvermeidlich.

  • S
    Sven_H

    Warum warten bis 2027? Wenn es urgent ist, müsste die Entscheidung jetzt fallen. Sonst ist es nur Gerede.