Michael Jackson kehrt zurück: Wie ein Biopic die Kritik ignoriert und die Kassen sprengt

Es ist, als würde ein Phantom die Leinwand betreten – doch dieses Phantom trägt rote Lederjacken, tanzt den Moonwalk und füllt Kinopreise. Mit biopic Michael kehrt Michael Jackson (†50) zurück, nicht als Mensch, sondern als Ikone. Fast 40 Millionen Dollar allein am ersten Tag in den USA – ein opening , der Elvis und Freddie Mercury in den Schatten stellt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der König des Pop herrscht weiter, auch 17 Jahre nach seinem Tod. Doch wer diesen Film sieht, betritt kein neutrales Terrain, sondern eine sorgfältig curated Erinnerung, die nur bis 1988 reicht.

Der Film konzentriert sich auf die ersten 30 Jahre Jacksons – von den Jackson 5 bis zum global Ruhm mit Thriller. Was danach kam, bleibt ausgespart. Keine Spur von den Vorwürfen, die seine spätere Karriere prägten. Und doch: Die Kinokassen läuten. Insgesamt sammelte Michael bis Sonntagmorgen bereits 70 Millionen Euro weltweit ein – bei production von 170 Millionen Euro. Für die producers ist das ein Triumph, auch wenn der Film von den Nachlassverwaltern kontrolliert wurde. Es ist kein Zufall, dass Jacksons eigener nephew Jaafar (29) die Hauptrolle spielt – ein Statement an sich.

Kritiker nennen den Film bereinigt und weak . Der Guardian warf ihm vor, Reibungen zu vermeiden; der Telegraph sprach von Schönfärberei. Doch die Fans lassen sich nicht beeindrucken. Für sie ist es kein Dokumentarfilm, sondern eine tribute – emotional, tänzerisch, kraftvoll. Hauptdarsteller Jaafar dankte überschwänglich: „Wow, das ist einfach unglaublich!! Die Welt hat gesprochen (...).“ Ein subtle Seitenhieb auf jene, die den Film nicht als celebration , sondern als Verdrängung sehen.

Die Weltpremiere fand in Berlin statt – kein Zufall, denn Deutschland bleibt eine Hochburg der Jackson-Verehrung. Und bereits jetzt ist von einer sequel die Rede. Theoretisch könnte Teil zwei in den 90ern ansetzen – dann aber müsste er sich mit den schweren Vorwürfen auseinandersetzen, die 1993 erstmals public wurden. Bis dahin bleibt Michael ein Film, der weniger fragt als vielmehr feiert – und dabei bewusst Schweigen bewahrt, wo andere Stimmen lauter wären.

Reaktionen 8

  • L
    Lena_Filmauge

    Ein masterpiece ? Vielleicht für Fans. Aber wo bleibt die Wahrheit?

  • T
    TommyVinyl

    Die soundtrack allein ist das Ticket wert. "Beat It" in Dolby Atmos? Ja, bitte!

  • K
    KritzelKarl

    Wenn der nephew die Rolle spielt und der Sohn Produzent ist, ist das dann Biopic oder Familienprojekt?

  • B
    Basti87

    Endlich mal ein Blockbuster, der nicht aus Marvel kommt. Jackson lebt!

  • F
    Filmhistorikerin

    Interessant, wie Biopics immer mehr zu Mythenschmiedungen statt zu Porträts werden.

  • M
    MJforever

    Die Kritiker verstehen nichts. Das hier ist Respekt, kein Vertuschen.

  • C
    Cineastin

    Berlin als Premiereort – passt. Hier tanzt man Jackson noch auf Hochzeiten.

  • Z
    Zuschauer99

    Ich will Teil zwei sehen, aber dann bitte mit allem – auch den dark Kapiteln.

Der Text basiert auf Fakten und wurde zum Englischlernen neu gestaltet; die Reaktionen der Leser sind Beispiele verschiedener Perspektiven.

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