Die versteckte Rechnung: Wie gefälschte CAPTCHAs Nutzer um Geld bringen

Stellen Sie sich vor, Sie wollen nur prüfen, ob Sie ein human sind – und landen statt auf der gewünschten Seite plötzlich auf einer webpage , die Ihnen sagt: send Sie eine SMS, um fortzufahren. Klingt absurd? Für Tausende Nutzer ist genau das Realität – und der Preis steht Wochen später auf der phone bill . Sicherheitsforscher von Infoblox haben eine globale Betrugskampagne enthüllt, bei der gefälschte CAPTCHA-Abfragen als Lockmittel dienen. Hinter der scheinbaren Verifizierung verbirgt sich ein perfides System: Jeder Klick löst nicht eine, sondern bis zu 60 international SMS aus – automatisch vorausgefüllt, mit Empfängerzahlen aus Ländern wie Aserbaidschan oder Myanmar, wo Terminierungsgebühren besonders hoch sind.

Der Mechanismus trägt einen bürokratischen Namen: Internationaler Umsatzbeteiligungsbetrug (IRSF). Doch dahinter steckt eine simple Gleichung: Wenn Sie eine SMS ins Ausland schicken, zahlt Ihr mobile carrier dem Empfängeranbieter eine Gebühr – und Betrüger kassieren ab. Durch geschickt registrierte Nummern in high-rate und Umsatzbeteiligungsverträge fließen die Einnahmen direkt in ihre Taschen. Die victims bemerken erst Monate später, dass sie für etwas bezahlt haben, an das sie sich kaum noch erinnern – eine vermeintliche verification , die nie eine war. Laut dem Global Fraud Loss Report 2025 gehört dieser traffic zu den finanziell folgenreichsten Formen des fraud – mit Schäden in Höhe von billions US-Dollar pro Jahr.

Technisch ist die Maschinerie perfekt getarnt. Die gefälschten CAPTCHAs nutzen vertraute Formate – image recognition , text entry –, doch anstelle eines Hakens erscheint die Aufforderung, eine Nachricht abzuschicken. Ein JavaScript-Skript öffnet die Messaging-App automatisch mit einer Liste von bis zu 15 Empfängernummern pro Schritt. Vier Stufen, bis zu 60 SMS – das macht etwa 30 US-Dollar cost pro Opfer. Besonders raffiniert: Der difficulty wird niedrig gehalten. Es geht nicht um challenge , sondern um Volumen. Und die back button ? Deaktiviert. Wer fliehen will, wird per pushState()-Manipulation sofort zurückgeschleust – manchmal auf eine zweite Betrugsseite.

Die Opfer werden nicht zufällig ausgewählt. Über Traffic-Distribution-Systeme (TDS) werden gezielt Nutzer auf die gefährlichen Seiten geleitet. Eine typische Kette führt von einer Lookalike-Domain über mehrere Weiterleitungen – unter anderem zu einem Knoten, der einem Affiliate-Werbenetzwerk in Deutschland zugeordnet wird – bis zur finalen fraudulent CAPTCHA-Seite. Die gesamte Infrastruktur läuft seit mindestens Juni 2020 über spanische IP-Adressen, Domains sind bei GoDaddy registriert, Cookies verfolgen location und Verhalten. Selbst ein disclaimer ist vorhanden – eine groteske disclosure , die vor den wahren Kosten warnt, aber verschweigt, dass Dutzende teure SMS versandt werden.

Am Ende zahlen nicht nur die consumers , sondern auch die network operators . Sie erstatten die Gebühren an die Täter und tragen gleichzeitig die Last der customer complaints . Die international spread über 17 Länder und mehrere Schichten von Weiterleitungen macht es nahezu unmöglich, das full scale zu erfassen. Infoblox warnt: Diese Kampagne ist kein Einzelphänomen, sondern Teil eines größeren Ökosystems aus Telekommunikationsbetrug und digitaler Täuschung. Die klare advice : Kein legitimer Dienst verlangt eine SMS zur verification . Wenn die Aufforderung kommt – close Sie die Seite. Sofort.

Reaktionen 8

  • C
    CyberJäger89

    Das ist ja wie ein digitaler trap – man denkt, man verifiziert sich, und wird abgezockt.

  • M
    MamaDigitale

    Und meine Kinder glauben mir nie, wenn ich sage, dass man nicht einfach so SMS verschicken soll.

  • N
    Netzrechtler

    Ein disclaimer , der die eigentliche Täuschung verschleiert? Das ist nicht mal mehr fraud , das ist Hohn.

  • T
    TechPapa

    Ich checke meine phone bill regelmäßig – aber wenn die Posten erst Wochen später auftauchen, ist die Spur kalt.

  • S
    SurfGans

    Warum verbieten Browserhersteller nicht endlich diese pushState-Manipulationen von vornherein?

  • S
    Sicherheitsfan

    Genau deshalb sollte niemand mehr auf verdächtige CAPTCHAs klicken – das ist kein verification , sondern ein Einfallstor.

  • Z
    Zweifler22

    Klingt zu organisiert, um nur von Einzeltätern zu kommen. Da muss ein Netzwerk dahinterstecken.

  • G
    Globetrotterin

    In Myanmar und Aserbaidschan? Das passt – da sind die Gebühren wirklich extrem hoch.

Der Text basiert auf Fakten und wurde zum Englischlernen neu gestaltet; die Reaktionen der Leser sind Beispiele verschiedener Perspektiven.

[email protected]