Flucht in den Schatten: Freispruch im Marsalek-Fall – doch die Fragen bleiben

Im Schatten des scandal um den zusammengebrochenen Zahlungsdienstleister Wirecard bleibt die Flucht von executive Jan Marsalek eines der rätselhaftesten Kapitel – und nun hat ein Gericht einen früheren FPÖ-Politiker aus der Affäre entlassen. Am Landesgericht Wiener Neustadt wurde Thomas Schellenbacher vom Vorwurf der assistance freigesprochen, nachdem er angeblich dabei half, Marsalek 2020 aus Österreich in Richtung Belarus zu bringen. Doch das Urteil ist fragil: Es ist noch nicht rechtskräftig, und die prosecution hat bereits Berufung angekündigt. Ein Fall voller Geheimniskrämerei und vager Absichten.

Die Anklage hatte ein klares Bild gezeichnet: eine hastig organisierte Aktion, um Marsalek „so schnell und unbemerkt wie möglich aus der danger zu bringen“. Ziel war der Ausflug aus dem Schengenraum nach Belarus – ein Land, in dem europäische arrest nicht greifen. Schellenbacher soll im Auftrag des ebenfalls gesuchten Ex-BVT-Beamten Martin Weiss einen Privatjet organisiert haben, bezahlt mit cash und unter Tarnung. Das Treffen zur Vorbereitung der departure fand angeblich Mitte Juni in München statt. Alles, um einen Mann zu retten, dessen crimes damals noch nicht einmal rechtskräftig feststanden.

Doch Schellenbacher beteuerte seine innocence – er habe erst nach dem Flug erfahren, wer an Bord war. Für ihn sei es ein normaler business gewesen. Weder Kontakte zu Marsalek noch Kenntnis über die Tiefe der Wirecard-Betrugsvorwürfe seien vorhanden gewesen. Selbst die Polizeikontrolle vor dem Start verlief bezeichnenderweise lax: Ein Screenshot des passport genügte, um grünes Licht zu geben. „Passt und ihr könnt fliegen“, hieß es laut Zeugenaussage. Der Flug, der etwa 8.000 Euro verschlang, lief unter Zeitdruck – Marsalek musste bis 20 Uhr an Bord sein.

Die Verteidigung machte geltend, dass keine Absicht zur Beihilfe vorlag – und die Richterin folgte dieser Linie. Ohne nachweisbares interest an der Flucht und ohne gesichertes Wissen über Straftaten könne keine Begünstigung vorliegen. „Eine Flucht mag aus Sicht von Marsalek zutreffen“, so sein Anwalt, „aber nicht aus jener des defendant .“ Ein feiner, aber entscheidender Unterschied im justice . Doch solange die appeal läuft, bleibt das letzte Wort noch offen – und die shadow des Skandals reichen weiter als gedacht.

Reaktionen 6

  • J
    justizwächterin

    Ein Freispruch, aber keine clarity – das ist kein Sieg, sondern ein juristisches Unbehagen.

  • O
    ostwind

    Wenn ein Screenshot vom Pass reicht, um abzuheben, braucht es keine Spione – nur Geld und ein Handy.

  • S
    skeptiker22

    Und wer hat das Geld für den jet wirklich bezahlt? Die 8.000 Euro sind nur die Spitze des Eisbergs.

  • R
    rechtundstaat

    Interessant, wie evidence hier am Rande der Legalität agieren – fast wie im Film.

  • K
    klartext

    Keine rechtskräftige Entscheidung, nur eine vorläufige Erleichterung. Das Verfahren ist längst nicht vorbei.

  • C
    chronist

    Marsalek in Minsk, Weiss in Dubai – und wir hier mit Fragen. Ein Drama ohne Ende.

Der Text basiert auf Fakten und wurde zum Englischlernen neu gestaltet; die Reaktionen der Leser sind Beispiele verschiedener Perspektiven.

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