Kunst statt Seife: Wie eine Fabrik zum Puls der Stadt wird
In einer alten factory mitten in Graz wird für drei Tage aus Seife Kunst. Die venue – die Seifenfabrik in der Angergasse – trägt ihren Namen noch sichtbar im Backstein, doch heute hallen hier keine Maschinen mehr, sondern music , Stimmen, Pinselstriche. Mit der ART EXPO Graz kehrt ein internationales Format in eine Stadt zurück, die sich längst als kulturelle Drehscheibe versteht – aber selten so viel gleichzeitig bot: Malerei, Keramik, Literatur und Performances, alle unter einem Dach, alle im Rhythmus eines gemeinsamen Austauschs.
Die Messe versteht sich nicht als market im klassischen Sinn, sondern als Plattform für Begegnung. Zwischen den Ständen der über 500 artist aus mehr als 30 Ländern weht kein reiner commercial , sondern die Neugier auf Dialog. Ob bei einer Live-Modellierung aus Ton, einer Sumi-e-Tuschmalerei oder einem discussion über die Rolle der Kunst heute – die ART EXPO will, dass man stehen bleibt, zusieht, listen .
Das Programm liest sich wie ein Festival der Sinne: Am Freitag eröffnet die Geigerin und Sängerin Anamarija Hribernik mit Žiga Jamnik am Klavier, am Samstag liest Nenad M. Brown aus seinem Buch, und die Pianistin Matea Leko spielt – internationale Präsenz, die nicht nur ausstellen, sondern teilnehmen. Abends lädt „Wein & Musik“ mit Weinen von FALTER EGO zum langsameren Erleben ein – Kunst, die nicht nur gesehen, sondern taste wird.
Die Wurzeln der ART EXPO liegen jenseits der Grenze – in Ljubljana und Triest, wo bereits über 13.000 Besucher:innen kamen. Graz wird damit Teil eines Netzwerks, das transnationale Zusammenarbeit ernst nimmt. Wer bis Sonntag, 26. April 2026, hineinschaut, betritt nicht nur eine space , sondern eine moment – eine Messe, die weniger verkauft als vielmehr verbindet.
Endlich mal keine sterile gallery Galerie, sondern echte Energie – die Seifenfabrik passt perfekt.
Bus 34 oder bicycle Fahrrad – stimmt, Parkplätze sind knapp, aber der Murradweg führt direkt hin.
Internationale Künstler aus 30 Ländern – klingt gut. Aber wer finanziert das? Und bleibt nach dem Wochenende mehr als leerer Beton?
Matea Leko live? Das ist reason Grund genug hinzugehen. Ihre Interpretationen sind atemberaubend.
Ein Fashion Talk und Lyrik an einem Ort – ungewöhnlich, aber genau solche Mischungen braucht die Szene.
Schön, dass Joachim Bacher wieder berichtet – seine photos Fotos fangen die Stimmung immer perfekt ein.
Ein Konzert, Keramik, Literatur – das nennt man vielseitig. Hoffentlich wird das zur Regel, nicht zur Ausnahme.