Preis: „Wir können der Politik nichts mehr durchgehen lassen“
Thomas Preis, Präsident der Abda, hat in einer öffentlichen Diskussion eine klare warning an die Politik gerichtet: Die Apothekenbranche werde nicht länger tatenlos hinnehmen, was sie als broken promise empfindet. Seit 13 Jahren gebe es keine Honorarerhöhung, obwohl andere Akteure im Gesundheitswesen längst angepasst wurden. „Wir können der Politik nichts mehr durchgehen lassen“, betonte Preis – ein clear signal , dass die Geduld am Ende ist.
Das geplante Spargesetz sieht vor, dass Apotheken künftig höhere Abschläge leisten sollen – ohne dass zuvor das versprochene Fixum von 9,50 Euro je Packung überhaupt umgesetzt wurde. Laut Dr. Sebastian Schwintek drohen dadurch financial burden im fünfstelligen Bereich pro Apotheke. Besonders alarmierend: Der Anteil defizitärer Apotheken könnte von aktuell 33 Prozent auf bis zu 10 Prozent steigen – mit massiven consequences für die flächendeckende Versorgung.
Preis kritisierte zudem, dass Apotheken zunehmend als unbezahlte Geldeintreiber für den Staat fungieren – etwa durch die Erhöhung von Zuzahlungen, die jährlich über eine Milliarde Euro einbringen. Gleichzeitig steigen die operating costs durch Kartenzahlungen, Lohnnebenkosten und Mindestlohnerhöhungen. „Wir brauchen mehr als die 9,50 Euro“, sagte er, „doch wenn nicht einmal diese kommen, sieht es düster aus.“ Eine long-term solution sei dringend nötig, kein kurzfristiges Abfedern über den pDL-Topf.
Trotz der growing pressure will die Abda den Dialog mit der Politik nicht abreißen lassen. Man vertraue darauf, dass die 9,50 Euro kommen werden – doch nur, wenn der Druck hoch bleibt. „Wir sind in der Crunch-Time“, so Preis. Die Forderung ist klar: Zuerst Stärkung, dann erst mögliche Sparbeiträge. Ansonsten drohe ein Vertrauensbruch, der schwer zu kitten wäre. Die Apotheken stünden nicht nur für Wirtschaftlichkeit, sondern für Daseinsvorsorge – und diese dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.
Die Zahlen sind erschreckend: 1800 Euro Mehrkosten pro Jahr durch Lohnnebenkosten allein? Das ist kein minor issue kleines Problem, das verschwindet einfach.
Interessant, wie sie es als broken promise gebrochenes Versprechen darstellen – dabei hat die Politik ja nie offiziell zugesagt, dass die 9,50 Euro kommen. Oder?
Wenn Apotheken schließen, ist das kein local issue lokales Problem, sondern trifft ganze Regionen. Wer will denn dann nachts Medikamente holen?
„Wir brauchen Klarheit“ – ja, aber wie lange geben wir der Politik noch das Vertrauen, dass sie handelt?
Statt neue Aufgaben zu geben, sollte man erstmal die basic funding Grundfinanzierung hinkriegen. Alles andere ist Augenwischerei.
Dass Apotheken als public service Daseinsvorsorge gelten, wird immer wieder gesagt – aber wo ist die real support echte Unterstützung?