Klimaforschung als Beweis: Wer ist wirklich schuld an Extremwetter?

Wenn eine Flut ganze Dörfer wegreißt oder eine Hitzewelle Ernten vernichtet, stellt sich immer dieselbe Frage: Wer ist verantwortlich? Früher blieb diese Frage oft unbeantwortet. Doch dank der Klimaattributionsforschung gibt es jetzt wissenschaftliche Werkzeuge, um den human influence auf extremes Wetter zu messen – und ihn vor Gericht zu nutzen.

Ein dramatisches Beispiel kommt aus Pakistan: Die Flutkatastrophe von 2022 zerstörte fast zwei Millionen Häuser, tötete Tausende und machte über 30 Millionen Menschen directly affected . Unter ihnen waren 39 Bäuerinnen und Bauern, die ihre Lebensgrundlage verloren. Eine Studie der World Weather Attribution (WWA) zeigte, dass der climate crisis solche Ereignisse deutlich wahrscheinlicher und intensiver macht – ein entscheidender scientific evidence für juristische Ansprüche.

Die Methode beruht auf einem klaren Prinzip: Forschende vergleichen reale Wetterdaten mit simulierten Szenarien ohne Treibhausgasemissionen. So lässt sich berechnen, wie viel wahrscheinlicher ein Ereignis durch den man-made warming der Temperaturen geworden ist. Der deutsche Physiker Klaus Hasselmann, Nobelpreisträger 2021, legte diese Grundlagen – heute wird daraus eine neue Form der legal accountability gebaut.

Mithilfe dieser Studien verklagten die betroffenen Bäuerinnen und Bauern RWE und Heidelberg Materials vor dem Amtsgericht Heidelberg. Ihre Anwältin Roda Verheyen argumentiert: Wer einen Teil der historischen Emissionen verursacht hat, trage auch einen Anteil an den Schäden. Ähnlich wie bei Asbest-Klagen reiche dabei keine hundertprozentige causal link aus – es gehe um wahrscheinliche Zusammenhänge. Die Gerichte entscheiden nun, ob diese scientific reasoning im Recht gilt.

Obwohl die Forschung selbst keine moral judgment fällt, verändert sie die Debatte. Wie Theodor Keeping von der WWA sagt: Die Öffentlichkeit soll wissen, dass der Klimawandel keine ferne Bedrohung ist, sondern already happening . Und je genauer die attribution chain von Emissionen zu Schäden wird, desto schwieriger wird es für Konzerne und Staaten, sich dem public pressure zu entziehen.

Kommentare 6

  • B
    Bodenständig

    Interessant, dass scientific studies jetzt vor Gericht als Beweis gelten. Früher hieß es immer, Klimawandel sei zu komplex für Kausalität.

  • J
    Juristenblick

    Die Parallele zu Asbest ist stark. Da reichte auch kein 100-%-Nachweis – aber eine clear contribution hat gereicht. Warum also nicht beim Klima?

  • R
    Regenbeobachter

    Pakistan hat fast keine CO₂-Emissionen, leidet aber am meisten. Das ist einfach unfair.

  • K
    KritischDenk

    Aber reicht es wirklich, nur die big emitters zu verklagen? Was ist mit unseren eigenen Lebensweisen?

  • Z
    ZahlenFix

    Wenn eine Hitzewelle durch den Klimawandel 100-mal wahrscheinlicher wird und ein Konzern für 1 % der Emissionen steht, dann trägt es logisch 1 % der climate damage . Klingt nachvollziehbar.

  • F
    FriederikeFan

    Friederike Otto hat mit der fast attribution wirklich etwas Großes geschaffen. Ihre Studien kommen oft schon Wochen nach einer Katastrophe.