RAIDER-Drohne von Rheinmetall: Milliardenvertrag trotz mangelnder Einsatzreife?

Ein insider hat enthüllt, dass das von Rheinmetall entwickelte RAIDER-Drohnensystem, für das ein framework contract über 2,5 Milliarden Euro vorgesehen ist, bei weitem nicht bereit für den Einsatz ist. Laut Geheimdokumenten des Verteidigungsministeriums stützt sich die gesamte procurement basis auf nur zwei Testflüge – unter Bedingungen, die weit von realen Kampfszenarien entfernt sind.

Bei diesen Tests wurden statische Ziele beschossen: zwei inflatable tanks , weniger als einen Kilometer vom Startpunkt entfernt. Die Drohnen wurden dabei nicht von military personnel gesteuert, sondern von Rheinmetall-Mitarbeitern. Kritisch ist zudem, dass der igniter des Boosters zweimal versagte und es zu starken Geräuschstörungen kam – ein clear sign für mangelnde Reife.

Das System weist mehrere technical deficiencies auf: Es ist noch nicht in das Unmanned Management System der Bundeswehr integriert, der Start erzeugt eine hohe Sicht- und Geräuschsignatur, und die battery performance gilt als ungenügend. In Verteidigungskreisen wird RAIDER daher bereits als Powerpoint-Projekt bezeichnet – ein System, das auf dem Papier überzeugt, aber in der Praxis fehlt.

Währenddessen haben die Konkurrenten Helsing und Stark bereits überzeugt: Ihre Systeme erreichten im realen Test eine hit probability von über 95 Prozent und haben die munitionstechnische Qualifizierung abgeschlossen. Dennoch müssen sie bis September 2026 liefern – Rheinmetall hat sieben Monate mehr Zeit, obwohl das System noch nicht einmal market-ready ist. Das public trust in den Beschaffungsprozess gerät unter Druck.

Die Bundeswehr-Litauische Brigade soll bis 2027 voll ausgestattet sein, doch Rheinmetall garantiert erst ab 2028 die volle Produktionskapazität. Das schafft ein real risk für die Einsatzfähigkeit. Kritiker fragen, ob hier industrial policy über militärische Notwendigkeiten gestellt werden – eine critical decision , die nicht nur technisch, sondern auch politisch schwer wiegt.

Kommentare 6

  • P
    Panzerwart

    Zwei Testflüge mit inflatable targets ? Das ist keine Erprobung, das ist Werbung mit Steuergeldern.

  • D
    DroneWatch

    Interessant, wie die startups mehr liefern als der Konzern – aber trotzdem unter time pressure stehen. Da passt was nicht.

  • R
    Reservist87

    Als aktiver Soldat mache ich mir Sorgen. Wenn das system fails , sind es keine inflatable tanks , die unter Beschuss geraten.

  • T
    TechKritik

    Ein Powerpoint-Projekt für 2,5 Milliarden? Da fragt man sich, wer hier wirklich public trust missbraucht.

  • R
    Rüstungsblog

    Die battery performance ist ein bekanntes Problem bei Drohnen – aber dass sie hier als critical flaw auftaucht, überrascht schon.

  • S
    Skeptikerin

    Warum bekommt ein etablierter Konzern mehr Zeit, obwohl er langsamer ist? Das ist kein fair competition , sondern industrial policy .