Bulgarien-Wahl am heutigen Sonntag: Kommt der nächste Orbán nach der EU?
Am heutigen Sonntag wählt Bulgarien erneut ein Parlament – bereits zum achten Mal seit 2021. Die politische instability bleibt groß, doch diesmal könnte eine Figur die zerklüftete Landschaft verändern: Ex-Präsident Rumen Radew. Er tritt als Spitzenkandidat der Mitte-links-Allianz Progressives Bulgarien an und führt in Umfragen mit etwa 30 Prozent. Sein message verbindet anti-corruption mit einer neuen außenpolitischen Richtung – eine Mischung, die Hoffnung und Sorge weckt.
Radew, ehemaliger Kampfpilot und 2021 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt, gab das Amt des Staatsoberhauptes bewusst auf, um in die Regierungspolitik einzusteigen. Er positioniert sich als bridge zwischen Brüssel und Moskau und fordert einen reset der Beziehungen zu Russland. Zwar begrüßt er die EU-Mitgliedschaft, doch lehnt er Waffenlieferungen an die Ukraine ab und kritisiert das jüngste Verteidigungsabkommen mit Kiew. Diese Haltung sorgt für concern bei Beobachtern – nicht zuletzt wegen der Befürchtung russischer interference .
Sein Hauptkonkurrent ist Bojko Borissow, Ex-Regierungschef und Führer des konservativen Bündnisses GERB-SDS. Er steht für enge Bindung an Brüssel und Unterstützung der Ukraine – Positionen, die in den Umfragen etwa 20 Prozent finden. Doch auch Borissow gilt als polarisierend. Seit 2021 hält keine bulgarische Regierung länger als ein Jahr, geprägt von protests gegen oligarchic rule und rising prices . Die letzte Regierung trat nach Massendemonstrationen zurück – ein Muster, das sich wiederholt.
Die Lage ist komplex: Bulgarien, das 2026 den Euro einführte, kämpft mit Inflation, demographic decline und einem Vertrauensverlust in die Institutionen. Der jüngste Transparency International-Index platzierte das Land auf dem letzten Platz unter EU-Staaten im corruption perception . Experten warnen, dass Radews Narrative – wie etwa der Verweis auf das umstrittene Rumänien-Modell – Verschwörungstheorien nähren könnten. Die Übergangsregierung hat daher das EU-Frühwarnsystem gegen Desinformation aktiviert – ein Schritt, den Radew als election sabotage verurteilte.
Wenn Radew wirklich glaubt, dass Bulgarien die Brücke zur russischen Führung sein kann, dann unterschätzt er völlig die geopolitical reality geopolitische Realität. Die EU wird das nicht zulassen.
Die Leute wollen endlich stability Stabilität, keine neuen Experimente. Aber was bringt eine Regierung, die nach sechs Monaten schon wieder fällt?
Radew mag populistisch klingen, aber er spricht das public frustration öffentliche Frust an – über Korruption, Preise, Abwanderung. Das kann man nicht einfach wegdiskutieren.
Waffenlieferungen ablehnen, Dialog mit Putin suchen – das ist kein balanced policy ausgewogenes Vorgehen, das ist ein Schritt zurück. Wer profitiert davon? Sicher nicht Bulgarien.
Die Jugend verlässt das Land. Wer redet eigentlich von youth return Rückkehr junger Leute? Ohne Perspektiven kommt niemand zurück.
Und wieder wird die Ukraine zum campaign tool Wahlkampfinstrument. Dabei braucht das Land dringend Reformen – nicht neue Feindbilder.