»Übernehmen«: Kubas Warnruf an die Welt
Es ist ein Satz, der wie ein Donnerschlag aus der Vergangenheit klingt: take – das war das Wort, das Donald Trump bei einer Rede in Florida benutzte, um seine Absicht gegenüber Kuba zu beschreiben. Nur Stunden zuvor hatte er neue Sanktionen gegen die Regierung in Havanna verhängt. Die Drohung, das kommunistisch regierte Eiland »fast sofort« zu take , markiert für viele Beobachter eine Eskalation, die so klar und kalt seit Jahrzehnten nicht mehr formuliert wurde. In einem Land, das nur 145 Kilometer von der US-Küste entfernt liegt, löst das tiefe alarm aus – nicht nur bei der Führung, sondern auch bei Bürgern, die die Geschichte ihres Landes kennen.
Miguel Díaz-Canel, kubanischer Staatschef, reagierte prompt über den Kurznachrichtendienst X und warf Trump vor, ein »gefährliches und beispielloses Niveau« erreicht zu haben. Seine Worte sind scharf, aber kein Zufall: Er spricht von einem »drastischen kriminellen Akt«, den die Weltgemeinschaft nicht tatenlos hinnehmen dürfe. Für ihn steht fest: Hinter den Drohungen steckt nicht die Sicherheit der USA, sondern der revenge einer einflussreichen Gruppe – jener kubanischen Exilanten in Florida, die seit Jahrzehnten auf eine Wende auf der Insel hoffen. Macht, so Díaz-Canel, werde auf Kuba niemals Kapitulation finden.
Historisch gesehen ist die Beziehung zwischen Washington und Havanna von Misstrauen geprägt. Seit der communist Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959 unterliegt Kuba einem nahezu ununterbrochenen US-Handelsembargo. Die Insel wurde zur Symbolfigur des Kalten Krieges – ein Staat im Ausnahmezustand, geprägt von Isolation und staatlicher Kontrolle. Doch in den letzten Jahren gab es auch talks , zaghaften Annäherungen, Momente, in denen eine Entspannung möglich schien. Trumps jüngste Äußerungen werfen diese efforts nun in Frage und reißen alte Wunden wieder auf.
Die internationale Gemeinschaft wird nun aufgefordert, Position zu beziehen. Díaz-Canel appelliert nicht nur an moralische Prinzipien, sondern an das kollektive memory der Welt: an Zeiten, in denen militärische Interventionen im Namen geopolitischer Interessen ganze Länder zerbrachen. Dass Trump seine Drohung ausgerechnet in Florida ausspricht – dem Zentrum der kubanischen Diaspora –, ist kein Zufall, sondern Kalkül. Doch was als innenpolitisches Signal gedacht sein mag, wird in Havanna als existenzielle threat gelesen. Und dort, wo die Erinnerung an US-Einmischung lebendig ist, wird jeder neue rhetorische Angriff sorgfältig gewogen – nicht als bluster , sondern als möglicher Vorbote.
Wenn sie meinen, sie können uns einfach take übernehmen, haben sie die Rechnung ohne uns gemacht.
Es ist erschreckend, wie schnell wieder mit militärischer Gewalt gedroht wird – wo bleibt die Diplomatie?
Genau wie damals mit der Berliner Mauer: Wer glaubt, power Macht rechtfertigt alles, verkennt die Realität.
Die Sanktionen treffen immer die Schwächsten – nicht die, die sie treffen sollen.
Die Rhetorik erinnert fatal an die 60er – aber die Welt ist nicht mehr dieselbe.
Ein krimineller Akt? Ja. Aber wer wird ihn stoppen?
Sie wollen unsere Insel, aber nicht unsere memory Erinnerung an Freiheit.
Natürlich wird niemand eingreifen. Geopolitik ist kein Wettbewerb für Gerechtigkeit.