Blindstelle in der Verteidigung: Wer schießt die Drohnen ab?

Die Debatte um die nationale security bekommt eine neue Dringlichkeit: Der Reservistenverband fordert, die Altersgrenze für Reservist:innen von 65 auf 70 Jahre anzuheben. Hintergrund ist eine zunehmend unsichere Lage in Europa und die Sorge, dass kritische Infrastruktur wie Energie- oder Kommunikationssysteme durch Drohnenangriffe gefährdet sein könnten. Der neue Präsident des Verbandes, Bastian Ernst, argumentiert, dass Menschen heute länger fit blieben und das Renteneintrittsalter steige – eine logical step , wenn man mehr Personal für die Verteidigung braucht.

Im Kriegs- oder Krisenfall ergänzen Reservist:innen die aktiven Streitkräfte und übernehmen auch Aufgaben im Heimatschutz. Doch bisher zeigte das Verteidigungsministerium bei der Vorbereitung wenig Initiative. Über Jahre verschleppte man eine Neuordnung des Reservistenwesens, kritisiert die FAZ. Nun soll im Sommer ein Reservestärkungsgesetz vorgelegt werden. Ernst fordert nicht nur die höhere Altersgrenze, sondern auch weniger Bürokratie und mehr digitalization , um besonders junge Frauen und Männer für den Dienst zu gewinnen.

Die Forderung kommt nicht aus dem Nichts. Schon im vergangenen Herbst sorgten mysteriöse unbemannte Luftfahrzeuge über deutscher Infrastruktur für concern . Nur in wenigen Fällen konnten sie abgefangen werden. Glücklicherweise handelte es sich um Aufklärungsdrohnen – doch was wäre, wenn es Angriffsmodelle wären? Russland hat bereits Signal gegeben: Am 15. April veröffentlichte das Verteidigungsministerium Adressen europäischer Rüstungsfirmen, auch deutsche, und nannte sie potenzielle Ziele. Ein klarer warning an die Bundesrepublik.

Daher ist die Frage berechtigt: Wer schießt im Ernstfall die Drohnen ab? Nicht nur junge Rekrut:innen, sondern auch erfahrene, ältere Menschen können hier eine wichtige Rolle spielen. Ernst betont, dass Verteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist – keine Frage von Parteien oder Weltanschauungen. Es gehe nicht um den sogenannten state als abstrakten Gegner, sondern um den Schutz einer freien Gesellschaft. Wer das leugne, verkenne die reale threat – und ignoriere, dass Demokratie nur funktioniert, wenn sie sich auch verteidigen kann.

Reaktionen 6

  • J
    JuleK

    Wenn ältere Leute fit sind und helfen wollen, warum nicht? Die experience könnte gerade in Krisensituationen wertvoll sein.

  • T
    Tom_H

    Statt mehr Bürokratie brauchen wir klare rules und bessere Ausrüstung. Sonst nützt die höhere Altersgrenze nichts.

  • F
    Feli21

    Interessant, dass erst jetzt reagiert wird. Das delay des Ministeriums ist echt frustrierend.

  • K
    Kai_N

    Die Idee ist gut, aber: Wer trainiert diese Leute regelmäßig? Ohne training wird das nichts.

  • M
    Mareike

    Man merkt, dass der Druck steigt. Diese pressure zeigt, wie ernst die Lage ist.

  • D
    DennisR

    Und wenn es wirklich zu einem Angriff kommt – sind wir dann wirklich vorbereitet oder nur im discussion ?

Der Text basiert auf Fakten und wurde zum Englischlernen neu gestaltet; die Reaktionen der Leser sind Beispiele verschiedener Perspektiven.

[email protected]