Wissen, das spricht: Lübecker Uni setzt auf Kommunikation als Kraftquelle
communication steht im Zentrum – nicht nur zwischen den Wissenschaftler:innen untereinander, sondern zwischen ihnen und der society . Beim Jahresempfang der Universität zu Lübeck am 23. April 2026 im Audimax wurde dieser Gedanke nicht nur ausgesprochen, sondern gelebt. In einem festlichen Rahmen mit Gästen aus politics , Wirtschaft und Forschung betonte Ministerpräsident Daniel Günther die Brückenfunktion der Universität: „Gerade in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, Wahrheit von Falschinformation zu unterscheiden, ist starke Wissenschaftskommunikation von zentraler Bedeutung für unsere Demokratie.“ Der Abend wurde von Psychologiestudentinnen eröffnet – ein symbolträchtiger Moment, der die Nähe zur Lebenswelt der Menschen unterstrich.
Präsident Prof. Dr. Helge Braun machte deutlich: Forschung findet nicht mehr hinter closed doors statt. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen – von KI bis zu geopolitischen Spannungen – wächst die Rolle der Wissenschaft als Orientierungsinstanz. „Ich bin überzeugt, dass es unsere responsibility ist, Wissenschaft nicht nur exzellent zu betreiben, sondern sie auch aktiv in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, sagte Braun. Mit der Kampagne „Wissen schafft Freiheit“ setzt die Universität ein Zeichen für wissenschaftliche Freiheit – gerade dort, wo Zweifel an Expertise lauter werden. Ziel ist es, Erkenntnisse verständlich zu machen und Vertrauen nachhaltig zu stärken.
Ein Meilenstein des Abends war die erstmalige Verleihung des „Preises der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026“. Ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Martin Smollich für seine Arbeit im Bereich Ernährungsmedizin – besonders auf dem Social-Media-Kanal @ernmedblog, der mit high authority und kritischer Einordnung wissenschaftliche Inhalte einem breiten Publikum zugänglich macht. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis, gefördert von der Rose-Stiftung, soll jährlich vergeben werden und zeigt: visibility im öffentlichen Diskurs ist kein Nebeneffekt, sondern strategisches goal . Die Universität will nicht nur forschen, sondern auch inspire und die Prinzipien der Wissenschaft vermitteln.
Doch die Kommunikation baut auf Substanz. Mit rund 29 Millionen Euro für ein hochsicheres KI-Rechenzentrum stärkt die Universität ihre Infrastruktur für datengetriebene Forschung – insbesondere mit sensiblen medizinischen Daten. Gleichzeitig gründet sie eine Weiterbildungsakademie, setzt damit ein Zeichen für lebenslanges Lernen und Wissenstransfer. Im Forschungsbereich punktet sie mit mehreren großen Verbundprojekten – vom Exzellenzcluster zur Präzisionsmedizin bis zum Sonderforschungsbereich über Zirkadiane Medizin. Auch die Nachwuchsförderung in Immunologie und Data Science wird mit neuen Graduiertenkollegs vorangetrieben.
Der Abend war kein reines Rednerpodium, sondern ein experience . Der Science Slam von Ulrike Krämer zeigte, wie Wissenschaft unterhaltsam und verständlich sein kann – ein lebendiges Beispiel für die Vision der Universität. Auch die Studierenden waren mit dabei: Finn Brüggemann, AStA-Vorsitzender, sprach zu den Gästen. Musikalisch sorgten Emi Adomakoh, Sven Rieper und Wiebke Hahn mit Stücken wie „Sway“ und „Happy“ für einen stimmungsvollen conclusion . Der Eindruck bleibt: Wissenschaft, wenn sie kommuniziert, verbunden und erlebt wird, gewinnt an relevance – und an Kraft.
Endlich eine Uni, die nicht nur publish publiziert, sondern auch vermittelt. Der Preis für Wissenschaftskommunikation ist ein starkes Signal.
29 Millionen für ein KI-Zentrum – beeindruckend. Aber wird die Öffentlichkeitsarbeit genauso gut finanziert?
Martin Smollich auf @ernmedblog verdient jede Anerkennung. Faktenbasierte Ernährungsinformation in Zeiten von Diätmythen – das ist echter public service Gemeinschaftsdienst.
Der Science Slam war der Höhepunkt. Zeigt, dass complex topics komplexe Themen nicht langweilig sein müssen.
Freut mich, dass die jungen Leute heute Abend so viel Raum bekamen. Sogar die Musik war passend.
„Wissen schafft Freiheit“ – schön gesagt. Aber schafft es auch Vertrauen, wenn die Debatten polarisieren?
Zirkadiane Medizin als Forschungsschwerpunkt? Endlich wird dem biological clock inneren Uhrwerk die Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdient.
5.000 Euro Preisgeld – nett. Aber wie viel Budget steckt wirklich hinter der Kommunikationsstrategie?