Freunde mit Papierkrieg: Wie Deutschland und Großbritannien nach dem Brexit neu verhandeln
Sechs years nach dem Brexit ringen Deutschland und Großbritannien um eine neue wirtschaftliche Balance. Was einst fließend war – der Handel, die Kooperation, die gemeinsame Einbettung im Binnenmarkt –, ist heute von hurdles durchzogen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer spricht von »Freunden mit gewissen Vorzügen«, eine Formulierung, die so klingt, als müsste man sich bei jedem Besuch anmelden – auch wenn man den Schlüssel noch hat. Der Handel liegt bei 118,4 Milliarden Euro, Platz neun in der Rangliste deutscher Partner. Kein Absturz, aber ein deutlicher Abstand zu den Zeiten, als Großbritannien dauerhaft zu den Top 5 gehörte. Die Wiederannäherung, sagt Marc Lehnfeld von GTAI, sei »überfällig« – ein sanftes Wort für eine lange Warteschlange an Problemen.
Die obstacles bleiben hoch: überbürokratisierte Zollverfahren, divergierende Produktstandards, fehlende Anerkennung von Zertifizierungen. Dazu kommt das Fehlen der freedom , ein Punkt, der Unternehmen bei der Planung bremst. Kleine und mittlere Betriebe stöhnen unter dem administrativen burden . York-Alexander von Massenbach von der Britischen Handelskammer betont: »Hinsichtlich der Visaregulationen wäre mehr Flexibilität wünschenswert.« Doch eine Rückkehr in die Zollunion lehnt die Regierung von Premierminister Keir Starmer ab – ein klares Signal: Der Bruch bleibt, auch wenn man versucht, ihn mit neuen Abkommen zu patch .
Der Kensington-Vertrag hatte vor kurzem Hoffnungen genährt, doch die Umsetzung bleibt zaghaft. »Konkrete Schritte wären für viele Unternehmen wünschenswert«, sagt von Massenbach – eine diplomatische Formulierung für »Wir warten immer noch«. Gleichzeitig belastet die Lage im Nahen Osten den Handel: rising Energiepreise könnten Produktion und Vorleistungen verteuern. Lehnfeld warnt: »Investitionspläne drohen auf Eis gelegt zu werden.« Sollte die Industrieproduktion sinken, würde das auch die deutschen Exporte von Maschinen und Vorleistungsgütern treffen – und damit die Stimmung in der Wirtschaft trüben.
Trotzdem gibt es sectors , in denen die Zusammenarbeit wächst. Der britische Energiesektor, der bis 2030 fast emissionsfrei sein soll, zieht deutsche Unternehmen an. Auch die Verteidigungsindustrie gewinnt an Gewicht: Starmer kündigte höhere spending an, ab 2027 sollen es 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sein. Rheinmetall produziert bereits Transportpanzer für die britische Armee, deutsche Drohnen-Start-ups wechseln über den Ärmelkanal. London bleibt ein wichtiger Finanzplatz – gerade weil deutsche Banken bei Projektfinanzierungen zurückhaltender agieren. Deutsche Unternehmen nutzen die britische Metropole daher verstärkt als Finanzierungsdrehscheibe.
Und dann ist da noch das Auto – ein alter Freund im Handel. 2025 stiegen die Neuwagenregistrierungen im Vereinigten Königreich um 3,5 Prozent, auf über zwei Millionen Fahrzeuge. Die deutschen Pkw-Exporte stiegen sogar um über 12 Prozent – auf 15,8 Milliarden Euro. Das Auto macht heute jeden fünften Exporteuro nach Großbritannien aus. Ein klares Zeichen: Selbst nach einem Bruch bleibt die Wirtschaftsbeziehung lebendig – wenn auch mit mehr Papierkram, mehr Hindernissen und mehr Sehnsucht nach Einfachheit als früher.
Freunde mit gewissen Vorzügen – das klingt, als müsste man jedes Mal neu um Zugang bitten. flexibility Flexibilität wäre hier wirklich angebracht.
Wenn die Zollabfertigung so bürokratisch bleibt, nützen auch die besten Absichten nichts. KMU brauchen relief Entlastung, nicht neue Absprachen auf Papier.
Keine Rückkehr in die Zollunion? Na gut. Aber warum sollte man dann überhaupt näher zusammenrücken? Das ist doch nur halbherzig.
London als Finanzplatz – das ist realistisch. Deutsche Banken ziehen sich zurück, britische Märkte füllen die Lücke. Wer zögert, verliert.
Drohnen-Start-ups am Ärmelkanal? Interessant. Aber nur, wenn die Visa-Regeln nicht wieder alles blockieren.
15,8 Milliarden Euro in Autos exportiert – das ist beeindruckend. Aber was kostet uns der Bürokratie-Aufwand pro Fahrzeug?
Emissionsfreie Stromproduktion bis 2030 – ambitioniert. Aber ohne enge Kooperation mit Deutschland wird das nichts.
Der Kensington-Vertrag klingt gut, aber wo sind die messbaren Ergebnisse? Umsetzung bleibt die große Baustelle.