Historisch schwach: Littler bricht zusammen – ist der Druck jetzt zu groß?
Luke Littler, der junge Sensationswerfer, steht nach einem erschütternden Auftritt am Rande einer öffentlichen Welle der Kritik. Beim 10. Spieltag der Darts Premier League scheiterte der 19-jährige world champion bereits im Viertelfinale – und das mit einem historisch schlechten Ergebnis.
Gegen birthday boy Stephen Bunting verlor Littler knapp mit 4:6. Doch die Spielbilanz wird von einer viel beunruhigenderen Zahl überschattet: einem Durchschnitt von gerade einmal 83,94 Punkten. Keine einzige 180er gelang ihm in zehn Legs. Es war nicht nur sein schlechtester Auftritt in der Premier League – es war seine schlechteste je übertragene Leistung vor laufenden Kameras.
Bisher galt Littler als unaufhaltsame Kraft, ein Wunderkind, das mit erbarmungsloser Konzentration durch die Turniere raste. Doch diesmal wirkte er lustlos. SPORT1-Kommentator Basti Schwele bemerkte trocken: „Er wollte heute nicht. Vielleicht haben die Buhrufe vor dem Spiel ihn verdichtet.“ Max Hopp, ehemaliger Profi und Experte, mutmaßte, es könnte eine Trotzreaktion gewesen sein: „Ich zeige euch gar nicht, wie gut ich spielen kann.“
Ein sportliches Gebot, so Hopp, sei es, immer alles zu geben. Selbst bei schlechten Tagen dürfe man eine Partie nicht einfach verschenken. „Das ist eine Einladung für den Gegner“, warnte er. Bunting, mit einem soliden Schnitt von 91,3, hatte den Sieg verdient – aber Littler bot kaum Gegenwehr.
Die Premier League ist die Top-Show der PDC, eine Tournee der Elite. Hier sind die Erwartungen am größten. Und genau deshalb sorgt dieser Auftritt für Unruhe: Ist es nur ein Motivationsloch – oder ein Zeichen dafür, dass der Druck auf dem jungen Champion endlich seine Spuren hinterlässt?
83,94? Das ist nicht mal mehr Kneipenniveau. Bei uns im Verein würde das ausgelacht. Littler muss sich sammeln – das war peinlich.
Die Buhrufe vor dem Match haben mich unbehaglich gemacht. Klar, er ist Profi – aber er ist auch erst 19. Psychischer Druck ist real. Vielleicht war das der Moment, wo er zugemacht hat.
Hopp hat recht: man kann nicht einfach aufgeben, auch wenn man schlecht spielt. Die Regeln verbieten Absicht. Das ist kein Freundschaftsspiel – das ist the premier league die Premier League.
Keine 180er in zehn Legs? Das ist undenkbar bei diesem Niveau. Selbst an schlechten Tagen hit one kriegt man eine hin. Da war kein bisschen Kampfgeist.
Vielleicht hat er einfach a bad day einen schlechten Tag erwischt. Ich kaufe ihm die Trotzreaktion nicht ab. Der Junge ist ständiger Beobachtung ausgesetzt – mal atmen lassen.
Bühne der Premier League, geballte TV lights Scheinwerfer, ein feindlicher Publikum – das könnte jeden brechen. Aber: Er ist der world champion Weltmeister. Damit kommt Verantwortung.
Interessant, wie die Reaktion der Öffentlichkeit sofort auf mentalen Zusammenbruch tippt. Aber vielleicht ist es körperlich – Erschöpfung, schlechter Schlaf, Nervosität. Nicht immer ist es Kopf, manchmal ist es einfach nur daneben.
Stephen Bunting hat verdient gewonnen, Punkt. Aber Littler? Wo war der Kampf? Stiller Protest oder Burnout-Warnung – ich hoffe, er echte Unterstützung bekommt.